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Beschwörung in Marmor

Hinter marmornen Augen flammt ein bronzenes Herz, steinernd still, bis die Zeit an Bedeutung verliert und die Ewigkeit durch alle Materie dringt. Umwölkt ist das Geistesleben der Vielen. Trotten im Spiegel des Himmels auf Erden umher; bis die Nacht die Wolken schwärzt. Der Mondschein lässt ihre Wurzeln treiben. Verkümmerte Wurzeln, die nie das wahre Licht erspüren konnten; nur Abglanz.        

Schiffe die sich kreuzen

Ein Gedicht von: Gerrit Lieb


Ein leises Rauschen füllt die Nacht,
der Ozean wird aufgebracht,
schlägt Wellen, die sich sanft erheben,
nur um dann wieder nachzugeben.
 
Der Fußtritt – schnell wieder vergessen,
vergebens ihn jemals zu messen.
Kaum zog der Störenfried vobei,
scheints, dass er nie gewesen sei.
 
Maschinen tönen, die nie schlafen,
doch ohne Hektik, denn die braven
Matrosen schlummern; nur der Maat
wacht treu während der Überfahrt.
 
Die See liegt ruhig, die Sterne scheinen.
Kein Sturm; kein Nebelhorn muss weinen.
Der Raum verliert sich in der Breite
und ebenso auch in der Weite;
 
In Länge, Grad und Jahr und Meile –
nachhause ist's noch eine Weile.
Doch fern am Horizonte nahen;
drei Lichter ihm entgegen fahren,
 
Brechen auf die düstre Nacht
und auch das Herz des Maats der wacht;
ganz leicht zeichnet ein Lächeln sich
in sein bis dato trüb Gesicht.
 
Falls Einsamkeit Verzweiflung nährt,
ist ihr kein traurigfroher Wert.
Drum jeder Seemann freudig lacht,
wenn Schiffe kreuzen sich bei Nacht.

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