Im Spital. Gedankenversunken schreite ich durch einen der monoton-weißen Gänge. Das blendend kalte Licht hebt die Schatten besonders hervor. Klare Umrisse von Hell und Dunkel. Alles wirkt in Momenten des Gehens surreal. Man ist nicht ganz bei sich, wenn sich die Zirkel im Kopf drehen.
Schritte hallen im Korridor und vereinzelt ziehen Gesichter vorbei. Undeutliche und unscheinbare Schemen, meist weiß bekittelt. Müdigkeit treibt mich an. Im Vorbeigehen halte ich blinzelnd Ausschau nach einem Kaffeeautomaten. In einer Nische werde ich fündig. Das heiße Schwarz fließt und dampft. Der Duft allein wirkt belebend.
Den Weg gehe ich zurück. Aus dem Augenwinkel sehe ich einen dunklen Durchgang, der sich vom hellen Korridor abhebt. Ich gehe darauf zu. Krankenhauskapelle.
Vom Licht trete ich ins Dunkel. Eine tiefblaue Glaswand bildet den Hintergrund, davor ein moderner Altar. Ich sehe mich um, bewege mich mit kleinen Schritten in dieser Höhle aus Meeresblau. Ein Flackern erregt meine Aufmerksamkeit. Kerzenschein bei einer quadratischen Einbuchtung der Wand.
Davor stehend werde ich innerlich still. Warmes Licht scheint aus der Ikone der Gottesmutter, während sie dem Sohn Gottes ihre Zuneigung schenkt. Dieser Augenblick ist tiefste Einsamkeit - ist tiefste Wahrnehmung einer anderen, unbewußten Aura.
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